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Bebauungspläne sorgen für Diskussionen Hagen schafft Platz für junge Familien

Von Monika Vollmer NOZ- vom 12. Juni 2018

Der Spielplatz Weidenstraße soll drei Häusern,
 insbesondere für Familien,
 weichen. Eine Anliegerin äußerte ihr Bedauern über die Beschlussempfehlung,
 die der Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Hagen einstimmig traf. Foto: Gert WestdörpDer Spielplatz Weidenstraße soll drei Häusern, insbesondere für Familien, weichen. Eine Anliegerin äußerte ihr Bedauern über die Beschlussempfehlung, die der Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Hagen einstimmig traf. Foto: Gert Westdörp
 

mvo Hagen. Nur wenige Bürger haben an der vergangenen öffentlichen Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses der Gemeinde Hagen im Rathaus teilgenommen. Doch die sorgten für ordentlichen Diskussionsbedarf.

Nach kurzer Begrüßung durch den Ausschussvorsitzenden Hermann Buller (CDU) wurden die Sitzungsformalien schnell abgearbeitet.

Bebauungsplan Weidenstraße

Die dann vorgesehene Unterbrechung für die Einwohnerfragestunde nutzen wenige Hagener Bürger, um ihre Bedenken zu der Beschlussempfehlung Bebauungsplanes Nr. 118 „Weidenstraße“ zu äußern. Annegret Knue, die ihre Einlassungen bereits schriftlich im Rahmen der öffentlichen Auslegung dargelegt hatte, meldete sich zu Wort. Sie könne gut verstehen, dass Wohnraumschaffung für junge Familien oberste Priorität habe, gleichwohl finde sie es bedauerlich, dass eine Fläche von 2000 Quadratmetern gerodet werden solle, damit dort neue Häuser entstehen. „Vor 30 Jahren wurde diese Fläche als Spielplatz und Parkanlage angelegt. Uns Anliegern wurde ein Naherholungsgebiet für Senioren in Aussicht gestellt. Dort stehen alte Kastanien, Erlen und heimische freiwachsende Blühhecken, die zudem von hohem ökologischen Nutzen sind, da sie ein unerschöpfliches Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten und Vögel bieten,“ argumentierte Knue und ergänzte: „Die Attraktivität des Ortes wird nicht besser, wenn man alles bebaut.“

Anliegermeinung respektieren

Ins gleiche Horn stoßen die Hagener Grünen, die allerdings kein Stimmrecht mehr im Ausschuss haben und sich daher in einer Pressemitteilung äußern. Sie lehnen eine Bebauung an dieser Stelle ab. Für drei Häuser, meinen Karin und Georg Hehemann, lohne es sich nicht, diese grüne Lunge aufzugeben. „Die Anwohner haben schon Recht wenn sie die Artenvielfalt der Vögel und Insekten besonders in den Kastanienbäumen an dieser Stelle beschreiben“, heißt es in ihrer Stellungnahme. Wenn man über 30 Jahre dort gelebt habe und langsam aufs Rentenalter zugehe, möchte man gerade die Natur vor Ort genießen. Dazu komme noch die Pflege der eigenen Hecken, die dann nur mit Genehmigung der neuen Bauherren erfolgen kann. Die Hagener Grünen seien grundsätzlich auch für eine Nachverdichtung im Kern der Gemeinde – „aber an dieser Stellen nicht“. In diesem Fall sollte man die Meinung der Anlieger respektieren.

Verständnis, aber...

Auch Bürgermeister Peter Gausmann zeigte Verständnis, verwies aber darauf, dass in Hagen genügend Spielplätze vorhanden seien. „Wir wollen die Quantität der Spielplätze reduzieren, dafür aber die Qualität steigern“, versprach er. Außerdem würde der ökologische Ausgleich in Hagen kontrolliert wie in kaum einer anderen Gemeinde, ein Eingriff in die Natur würde kompensiert werden.

 

Einstimmige Beschlussempfehlung

Zu dem nächsten Tagesordnungspunkt stellte Tessa Schupp vom Ingenieurbüro Tovar & Partner die Änderungen der Gemeinschaftsflächen im Bebauungsplan „Glasesch IV. Teil“ vor. Dieser sieht die Erweiterung des Christopherus- Kindergartens vor. Sowohl bei diesem wie auch beim B- Plan „Weidenstraße“ erörterte Schupp die Einwände und Abwägungsvorschläge. Ohne Gegenstimme folgte der Ausschuss den Beschlussempfehlungen. Zwei Einfamilienhäuser und ein Doppelhaus mit einem Vollgeschoss bei einem vollerschlossenen und subventionierten Quadratmeterpreis von um die 100 Euro sind im Baugebiet Weidenstraße vorgesehen. Reinhard Wittke (SPD) bekräftigte: „Der aktuelle Plan ist ein akzeptabler Kompromiss. Die Gesamtstruktur würde in Zukunft leiden, wenn nicht genügend Platz für junge Familien geschaffen wird“.

Keine Förderung, keine Projekte

Eine eher unerfreuliche Nachricht verkündete Gausmann zum Ende der Versammlung. „Das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat mit einer aktuellen Pressemitteilung bekannt gegeben, dass niedersachsenweit 14 neue Dorfregionen in das Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen wurden. Hagen ist nicht dabei. Zum dritten Mal in Folge wurden wir abgelehnt“. Die Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm sei Voraussetzung für die Förderung, die Hagen benötigt. „Das Geld im Haushalt steht, aber ohne Förderung haben wir keine Möglichkeit, Projekte umzusetzen“ resümierte er.

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